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Palolem – Goa (Strandurlaub)

09 Apr

Es ging schon im Flughafen gut los. Am Check-in Schalter stand ein Typ von dem ich annahm er sei ein 68er Hippi der schon vor Ewigkeiten in Goa ausgestiegen ist und nur für einen Kurzurlaub in Deutschland war. Kurze Zeit später stellte sich bei einem witzigen Gespräch heraus, dass dem nicht so war. Graema ist Neuseeländer und auch zum ersten Mal nach Goa unterwegs. Ein wahnsinnig interessanter Mensch der einige Zeit bei Aborigines lebte und sich ziemlich erfolgreich für deren Rechte eingesetzt hat. Er kommt vorerst in Goa bei Freunden unter, die dort leben und will danach auch durch Indien touren. Wir haben Emailadressen ausgetauscht und werden uns vielleicht später irgendwo treffen.

Maja mit 2 MädelsIn Dubai habe ich die Kroatin Maja kennengelernt mit der ich die ersten Tage meiner Reise unterwegs war. Sie lebt die meiste Zeit in Indien und ist nur noch sporadisch in Kroatien. Sie hat eine Wohnung in Ostindien, wollte sich dieses Mal Goa ansehen und ist deshalb über Dabolim geflogen.

Die arme Maja war die Erste die sich mit meinen miesen Englischkenntnissen herumschlagen musste. Sie hat schon immer im Tourismusbereich gearbeitet und einige Jahre in Irland gelebt. Da sie deshalb einwandfrei englisch spricht wurde zu meinem Glück aus dem ein oder anderen Gespräch recht angenehmer Englischunterricht.

Kurz vor der Landung sind wir ins Gespräch mit einer Deutschen gekommen die schon einige Jahre immer wieder ihren Urlaub im gleichen Hotel in Colva verbringt. Von ihrer Begeisterung angesteckt haben wir beschlossen uns mit ihr ein Taxi nach Colva zu teilen.

HochzeitDie Fahrt dort hin war großartig. Bisher führten Tunesien und Ägypten meine Liste der chaotischsten Fahrer an. Die beiden wurden jetzt aber eindeutig auf Platz 2 und 3 verwiesen. Indien ist momentan mein absoluter Favorit des chaotischen Verkehrs. Die Inder nutzen jeden cm Straße. Manchmal überholen sie von links und rechts gleichzeitig, und schaffen es gerade so vor dem Gegenverkehr rüber zu ziehen. Unterwegs nach Colva konnte man sehen, dass das nicht immer funktioniert. Wahrscheinlich hatte der Fahrer des zerknautschten Autos das Gesetz des Stärkeren vergessen. Vorfahrt hat im Zweifelsfall der Stärkere. Vielleicht hat er auch vergessen zu hupen. Ob die Beteiligten gehupt haben ist scheinbar die erste Frage eines Polizisten wenn er den Unfallort betritt. Zu den Autos, Motorrädern, Tuck-Tucks, Scootern und Fahrrädern wuseln auch noch überall Kinder, Hunde, Katzen, Schweine, Ziegen, Hühner und natürlich auch Kühe herum die dieses zäh fließende Chaos auf holprigen Straßen durch tropische Wälder perfekt machen.

leckerIn Colva angekommen konnten wir die Begeisterung meiner Landsmännin(frauin) nicht wirklich teilen. Recht schnell haben wir gemerkt, dass Colva nicht der Richtige Ort für uns ist. Wir nahmen uns ein Taxi und ließen uns nach Palolem Beach fahren. Eine Stunde später sind wir am schönen, sichelförmigen Strand angekommen der unter anderem durch die Anfangssequenz des Filmes “Die Bourne Verschwörung” bekannt wurde. Der ca. zwei km lange Strand ist von beiden Seiten durch große Felsen begrenzt. Am Strand wachsen unzählige Kokosnußpalmen zwischen denen Grüppchen von kleinen Hütten stehen. Auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft sind wir bei Presleys fündig geworden. Da wir recht müde waren und eh nur für eine Nacht bleiben wollten, konnten wir bei einem Preis von 200 Rupies (ca. 3 Euro) für die Nacht, über das ziemlich schäbige Bett und das versiffte Bad hinweg sehen. Die Leute im Presleys waren superfreundlich und da wir eh kaum Zeit im Zimmer verbracht haben, sind wir noch zwei weitere Nächte dort geblieben.

Kühe am StrandAn Majas letztem Tag waren wir mit einem Fischerboot auf dem Meer um uns Delfine anzusehen. Am Delfinplatz angekommen standen schon vier andere Fischerboote dort die Ausschau nach Delfinen hielten. Jedes Mal wenn irgendwo eine Delfinflosse zu sehen war, warfen die Fischer ihre tuckernden Außenboardmotoren an und hielten auf die Delfine zu. Das Ganze glich eher einer Hetzjagd als wie erwartet einem friedlichen zusammentreffen zweier Spezies. Lustig war es trotzdem.

Mittags wurden wir beim schwimmen von kleinen Fischchen angeknabbert. Obwohl die Tierchen glücklicherweise zahnlos waren, kam ein mulmiges Gefühl in uns auf so weit draußen auf dem Meer von irgendwas als Futter angesehen zu werden.

Abends wurde uns beim Abschiedsessen in einem Restaurant auf den Felsen mit herrlichem Blick über Strand und Meer eine kostenlose Handmassage angeboten. Es ist phenomenal was so ein Ayurveda-Masseur schon alleine mit einer Hand anstellen kann. Die 70 minütige Ayurveda-Ganzkörpermassage-Massage sollte ich mir bei Preisen von 300-800 Rupies nicht entgehen lassen.

StrandblickNachdem Maja sich auf den Weg zu ihrer Wohnung in Ostindien gemacht hat, bin ich in mein neues Domizil umgezogen. Ich hatte genug davon meine Zahnbürste mit Kakerlaken zu teilen und mich von Bettwanzen auffressen zu lassen. Außerdem hatte ich ein recht unangenehmes Gefühl als morgens überall im Bad kleine Würmer unterwegs waren. Im Laufe des Tages habe ich mir eine Hütte gesucht in die ich Abends eingezogen bin. Es war zwar auch nicht das Ritz aber es machte einen relativ sauberen Eindruck. Außerdem hing auf der Terrasse eine Hängematte in die ich mich sofort verliebt habe weil sie eine einmalige Aussicht aufs Meer bot. Meine Reise werde ich wegen der 100 Rupies mehr für die Hütte auch nicht früher beenden müssen. Einige unangenehme Bisse wären mir erspart geblieben wenn ich auf den Rat eines guten Freundes gehört hätte der mir den Ratschlag gab nie die billigste Unterkunft zu nehmen. Manche Erfahrungen muss man wohl einfach selbst machen ;-)

Mein Häuschen mit HängematteDen nächsten Tag habe ich zum größten Teil die Ruhe genießend in meiner tollen Hängematte mit lesen und auf den Horizont starren verbracht. Zwischendurch war ich im lauen Arabischen Meer schwimmen um mich “etwas” abzukühlen. Während des Sonnenuntergangs war ich am Strand joggen. Es ist absolut genial danach einfach total verschwitzt in die schwarzen Fluten zu laufen und sich von der Strömung zurück tragen zu lassen. Mit Blick auf das stockfinstere Meer konnte man rein gar nichts erkennen. Auch nicht die auf einen zukommenden Wellen die einen anhoben und danach mit einem leichten kribbeln im Bauch ähnlich wie in der Achterbahn wieder nach unten zogen.

Am Tag darauf lernte ich Sandra – eine Sportlehrerin aus Berlin kennen. Sie ist schon länger in Asien unterwegs und kam nach Goa um ihre Reise mit einem schönen Strandurlaub zu beenden.

Abends leistete mir beim Duschen eine kleine Vogelspinne Gesellschaft. Da ich nicht wusste ob sie gefährlich ist, habe ich den Vermieter gerufen. Der schlich sich ängstlich in mein Bad – war dann aber sichtlich erleichtert als er die Spinne sah. Nachdem sie dann blitzschnell verschwand als er gegen die Wand geklopft hat, erklärte er mir, dass die richtig gefährlichen Spinnen tiefer im Wald zu finden sind und die aus meiner Dusche über uns in den Kokospalmen leben. Die gemeine indische Hüttenspinne also ;-)

Wo ist der SandDas Spinnchen war schon am nächsten morgen unter der Dusche vergessen. Da bekam ich Besuch von einem recht großen Tausendfüssler. Ich habe keine Ahnung wie gefährlich dieses Teil war – gehört habe ich aber schon von Tierchen die ganz böse beißen können und die daraus resultierenden Wunden sich heftigst entzünden. Mutig wie ich bin habe ich die gestern vom Vermieter gelernte Klopftechnik selbst angewendet ;-) Zum Glück können die Viecher nicht springen. Ich hatte den Eindruck, dass das Tierchen ziemlich angepisst war bis es dann endlich verschwunden ist.

In den nächsten Tagen war ich häufig mit Sandra unterwegs. Sandra ist ne typische Berlinerin, ist superlieb und hat ordentlich Pfeffer im Hintern. Ob Kajak oder Bodyboard fahren, ewige Spaziergänge und Gesprache am Strand, Nachtschwimmen, shoppen oder essen gehen – langweilig wird es mit ihr sicher nie. (@Sandy: Herzlichen Dank für die schönen Tage und die nützlichen Abschiedsgeschenke. :-) )

Marco beim StierkampfEin paar Tage bevor ich Palolem Beach verlassen habe, lernte ich den Münchner Marco kennen. Marco hat nen Zweitwohnsitz auf La Gomera und ist auch schon ziemlich rumgekommen. Wir haben beschlossen uns zusammen zu tun und in den nächsten Tagen nach Panjim der Hauptstadt Goas zu reisen.

(09.04.09)

weiter nach Panjim (Panaji) – Goa

 
 

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